
- Feste Prothese bei völliger Zahnlosigkeit
- In den meisten Fällen Planung ohne Knochenaufbau
- In geeigneten Fällen feste Interimsprothese innerhalb weniger Tage nach dem Eingriff
- Chirurgie: Zahnarzt Mehmet Taş (M.Sc.) · Prothetik: Zahnärztin Aycan Işık Taş
Kurz gesagt: All-on-4 ist ein Behandlungskonzept, bei dem bei völliger Zahnlosigkeit eine feste Prothese auf 4 Implantaten geplant wird. Durch die angewinkelte Einbringung der Implantate wird der Halt der Prothese angestrebt. Die Eignung wird durch die Untersuchung festgestellt.
Was ist das?
Beim klassischen Vorgehen sind für eine feste Prothese in einem zahnlosen Kiefer 6–8 Implantate und häufig ein Knochenaufbau erforderlich. Beim All-on-4-Konzept werden die beiden vorderen Implantate gerade und die beiden hinteren in einem Winkel von 30–45° eingesetzt; die angewinkelten Implantate bleiben vor anatomischen Grenzen wie der Kieferhöhle (Oberkiefer) und dem Nervkanal (Unterkiefer) und erlauben die Verwendung längerer Implantate. Die vier Implantate tragen eine einteilige, aufgeschraubte Prothese. Je nach Knochenmenge und -qualität kann auch eine Planung mit sechs Implantaten (All-on-6) erfolgen.
Für wen ist es geeignet?
- Patienten, die völlig zahnlos sind oder deren verbliebene Zähne nicht erhalten werden können
- Personen mit Halte- und Kauproblemen bei herausnehmbarer Vollprothese
- Fälle, in denen die klassische Implantatplanung wegen Knochenabbaus einen Knochenaufbau erfordern würde
- Personen, deren Allgemeinzustand für einen Eingriff geeignet ist (es gelten die Beurteilungskriterien der Implantatseite)
Die Eignung wird ausschließlich mit der dreidimensionalen Tomografie (DVT) festgestellt: Ohne Messung von Knochenvolumen, Knochendichte und anatomischen Grenzen wird keine Entscheidung getroffen. Auch der Zustand der verbliebenen Zähne, die Kieferbeziehung und die Lippenstütze beeinflussen die Planung.
Ablauf
- Beurteilung und digitale Planung: Untersuchung, DVT, Fotos der Mundhöhle und des Gesichts; Implantatpositionen und Prothesendesign werden am Computer geplant.
- Chirurgie: Bei Bedarf Zahnentfernungen, in derselben Sitzung Einsetzen von vier (oder sechs) Implantaten. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, auf Wunsch mit Sedierung; die Dauer beträgt pro Kiefer in der Regel 1,5–3 Stunden.
- Feste Interimsprothese: Ist die Primärstabilität der Implantate ausreichend, wird innerhalb weniger Tage eine aufgeschraubte Interimsprothese eingesetzt. In dieser Zeit sind weiche Kost und die Schonung der Implantate wichtig.
- Einheilung: 3–6 Monate. Bei den Kontrollen werden Zahnfleischanpassung und Prothese überwacht.
- Endgültige Prothese: Nach Abformung und Anproben wird die endgültige Prothese (Zirkon, Keramik auf Titangerüst oder Acryl-Hybrid) angefertigt und aufgeschraubt. Die Prothese kann vom Behandlungsteam zur Reinigung abgenommen werden; vom Patienten wird sie nicht herausgenommen.
Wer macht was?
Der chirurgische Schritt und die Implantatplanung werden von Zahnarzt Mehmet Taş (M.Sc.), das Prothesendesign und die prothetischen Schritte von Zahnärztin Aycan Işık Taş durchgeführt. Die digitale Planung erfolgt gemeinsam durch beide Zahnärzte; die Form der Prothese wird vor dem Eingriff festgelegt.
Pflege
Die Unterseite der Prothese wird täglich mit spezieller Zahnseide (Superfloss), Interdentalbürsten und Munddusche gereinigt. Einmal jährlich wird die Prothese abgenommen, um Implantate und Schrauben zu kontrollieren. Bei Zähneknirschen wird eine Nachtschiene empfohlen.
Besuchsplanung für Patienten aus dem Ausland
Erster Besuch (7–10 Tage): Untersuchung, DVT, Eingriff und feste Interimsprothese. Zweiter Besuch (nach 3–6 Monaten, 7–10 Tage): endgültige Prothese. Für die Ersteinschätzung aus der Ferne sind Panoramaröntgenaufnahme oder DVT erforderlich.
Worauf zu achten ist
- In der Zeit mit der Interimsprothese ist für Essen und Sprechen eine Eingewöhnung von einigen Wochen nötig.
- Es können eine Entzündung um die Implantate, Brüche der Interimsprothese oder eine Lockerung der Schraube auftreten; alle diese Probleme lassen sich bei der Kontrolle beheben.
- Rauchen und unzureichende Hygiene erhöhen das Komplikationsrisiko deutlich.
- Werden Kontrollen versäumt, kann der Knochenverlust um die Implantate fortschreiten; die jährliche Abnahme der Prothese und die Reinigung sind wichtig.
- Die Entfernung der verbliebenen Zähne ist eine nicht umkehrbare Entscheidung; Alternativen werden bei der Untersuchung gemeinsam beurteilt.
Häufig gestellte Fragen
Ist All-on-4 für jeden geeignet?
Nein. Knochenvolumen, Knochendichte und anatomische Grenzen werden mit der Tomografie vermessen; in manchen Fällen können sechs Implantate, ein Knochenaufbau oder eine andere Prothesenart besser geeignet sein.
Reichen vier Implantate aus?
Das Konzept verteilt die Last durch die angewinkelte Einbringung und die Verblockung der Implantate. Bei geringer Knochenqualität oder hohen Kaukräften werden sechs Implantate geplant; die Entscheidung wird anhand der Tomografie getroffen.
Was kann ich mit der Interimsprothese essen?
In den ersten 8–12 Wochen ernährt man sich von weicher Kost; harte und klebrige Speisen belasten die Verwachsung der Implantate. Nach der endgültigen Prothese entfallen die Einschränkungen beim Essen weitgehend.
Kann die Prothese herausgenommen werden?
Der Patient nimmt sie nicht heraus; das Behandlungsteam kann sie zur Kontrolle und Reinigung durch Lösen der Schrauben abnehmen. Das ist der grundlegende Unterschied zur herausnehmbaren Prothese.
Wie erfolgt die Planung?
Mit klinischer Untersuchung, dreidimensionaler Tomografie und einer auf Fotos gestützten digitalen Planung; das Prothesendesign wird vor dem Eingriff festgelegt.
Wie viele Besuche dauert die Behandlung?
In der Regel zwei: 7–10 Tage für Eingriff und Interimsprothese, nach 3–6 Monaten 7–10 Tage für die endgültige Prothese.
Gibt es einen Unterschied zwischen Ober- und Unterkiefer?
Da die Knochenstruktur unterschiedlich ist, variiert die Planung je nach Kiefer.
Worauf ist langfristig zu achten?
Regelmäßige Kontrollen, Mundhygiene und Pflege der Prothese sind wichtig.
Die Angaben auf dieser Website dienen der Information; für Diagnose und Behandlung ist eine zahnärztliche Untersuchung erforderlich.
